Venture Capital an der Westküste

Die USA bieten deutschen Unternehmen erhebliche Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten durch Investitionen von Venture-Capital-Gesellschaften.  Das erfahrene VC-System des Landes gibt vielversprechenden Unternehmen die Chance, sich schnell zu entwickeln und eine verbesserte Rendite zu realisieren. Sowohl unabhängige VC-Gesellschaften als auch Investmentabteilungen größerer Organisationen beteiligen sich mit Kapitalanlagen an aussichtsreichen und aufstrebenden Unternehmen.

In den USA haben auf dem VC-Markt vor allem die westlichen Bundesländer, insbesondere Kalifornien, eine Vorreiterrolle, sowohl bei der Zahl der Transaktionen als auch beim Gesamtwert dieser Transaktionen. In den Ballungsräumen San Francisco und der Los Angeles Region findet man nicht nur zahlreiche Start-Ups, sondern auch Serial Entrepreneurs, Angel-Investoren sowie Exit-Kanäle.

Die amerikanische VC-Industrie fördert eine Innovationskultur, die weltweit einzigartig ist.  Diese High-Risk – High-Reward-Kultur führt zur Ausbreitung topaktueller Ideen und Technologien, die einen täglichen Einfluss auf andere Industrien und Verbraucher haben.  Im ganz besonderen Maße investiert die VC-Industrie in die Zukunft.

Wichtige Fakten zum U.S. Venture-Capital-Markt:

 

  • Historisch gesehen besitzt das Land einen hoch entwickelten Markt für VC; er entstand bereits zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
  • Momentan beträgt die Zahl der aktiven VC-Gesellschaften in den USA 522. Dazu zählen sowohl unabhängige Gesellschaften als auch Investitionsabteilungen, die größeren Unternehmen gehören.
  • 2012 sind US-weit rund 27 Mrd. US-Dollar an VC-Investitionen getätigt worden – dies entspricht 70% der weltweiten VC-Investitionen.
  • Der Wert des VC-Kapitals belief sich 2012 insgesamt auf fast 200 Mrd. US-Dollar; davon entfielen knapp 94 Mrd. US-Dollar auf Kalifornien.
  • In Firmen, die sich in der Expansion-Phase befanden, wurde 2012 am meisten investiert – am wenigsten wurde in Firmen investiert, die sich noch in der sogenannten Seed-Phase befanden.
  • Vor allem die Bay Area in Kalifornien ist für Gründer ein sehr attraktives Umfeld: Silicon-Valley alleine verzeichnete 2012  einen Anteil von rund 41% an den US-weiten VC-Investitionen.
  • Jedoch haben es Gründer oftmals schwer: Laut GTAI werden von 100 Geschäftsideen im Durchschnitt nur etwa 10 wirklich geprüft und letztendlich nur eine Idee finanziert.
  • Der Software-Sektor erhielt 2012 die meiste Finanzierung: Die Cash Flows stiegen um 10,4% auf 8,3 Mrd. US-Dollar. Auf dem zweiten und dritten Platz folgten die Sektoren Biotechnologie und Industrie/Energie (Clean-Tech).
  • Die Bedingungen für das Ausscheiden aus dem CV-Portfolio sind in den USA laut GTAI aufgrund des tiefen Kapitalmarkts besonders gut.
  • Im Jahr 2012 führten 49 VC-finanzierte Firmen einen Börsengang (Initial Public Offering, IPO) durch. Der Wert lag bei rund 21,5 Mrd. US-Dollar, wovon der Großteil auf das Facebook-IPO entfiel. Die NVCA zählte 2012 zudem 449 Übernahmen.
  • Außer in Kalifornien fließen die meisten VC-Dollar in Massachusetts, New York, Washington, und Texas.
  • Der im Jahr 2012 verabschiedete Jumpstart Our Business Start-Ups Act (JOBS Act) befasst sich unter anderem mit Crowdfunding, welches sich in Zukunft höchstwahrscheinlich als eine weitere vielversprechende Start-Up-Finanzierungsform etablieren wird.

Quellen: Vgl. National Venture Capital Association (2013): NVCA Annual Yearbook; GTAI (06. Mai 2013): USA sind Zentrum der Wagniskapitalwelt; PricewaterhouseCoopers & National Venture Capital Association (2013): MoneyTree™ Report